Schlußbericht
(Kurzfassung)

für das Public Private Partnership Projekt der GTZ

"Aus- und Weiterbildung von Heizungsinstallateuren und Servicetechnikern"

in Ulaanbaatar / Mongolei
Zeitraum: 2000 bis 2002

Entwicklungswirkungen:

Die Mongolei ist ein Land starker Kontraste - riesige Wälder, Senken, Seen, endlose Steppen und Wüsten. Die höchsten Berge ragen über 4.500 m in den ewigen Schnee. Ein trockenes, ein karges Land - ein Land für robuste Naturen. Auf einer Fläche von über 1,5 Mio. qkm leben 2,4 Mio. Einwohner. Damit gehört die Mongolei zu den am dünnsten besiedelten Ländern der Erde. Rund 60% der Mongolen leben in Städten oder festen Siedlungen (insbes. Ulaanbaatar: über 800.000 Einw., Darchan: 90.000 Einw., Erdenet: 60.000 Einw., in Aimag- und Somonzentren). Der andere Teil der Bevölkerung lebt als Nomaden auf dem Lande und ernährt sich vorwiegend von der Viehzucht. Die Unterschiede in den Lebensbedingungen zwischen Stadt- und Landbewohnern sind erheblich.

Das zentralasiatische Hochland weist eines der extremsten kontinentalen Klimate der Welt mit Sommer-Winter-Temperaturdifferenzen von fast 100° C auf. Heißen Sommern folgt ein extrem langer, trockener und sehr kalter Winter. Diese harten klimatischen Bedingungen mit einer Vegitationsruhe von über sechs Monaten und Temperaturen im Winter von teilw. unter minus 45 Grad stellen die Mongolei vor besondere Probleme. Aufgrund dieser natürlichen Bedingungen besteht in der Mongolei ein hoher Bedarf an moderner Heizungs-, Sanitär- und Isolationstechnik. Obgleich es in den letzten Jahren verbunden mit einem demokratischen Wandel auch zu einem langsamen wirtschaftlichen Aufschwung kam, sind die finanziellen wie fachlichen Voraussetzungen des Landes nach wie vor sehr mangelhaft und es fehlt an gut ausgebildetem technischen Personal. Die in der Mongolei angebotenen Heizungssysteme und Systemteile sind bis auf wenige Ausnahmen importiert und die nationale Wertschöpfung beschränkt sich nahezu ausschließlich auf den Handel.

Bei der Auswahl und Erarbeitung des Projektes wurde davon ausgegangen, dass die Aus- und Weiterbildung von Heizungstechnikern und sich daraus notwendig ergebende Serviceaufgaben für die mongolische Wirtschaft von außerordentlicher Relevanz sind. Die Einführung und Betreuung neuer, effizienterer Techniken im Bereich des Heizungsbaus gehört zu den Kernpunkten für die weitere positive Entwicklung des Landes und wird auch von der mongolischen Regierung politisch unterstützt. Die Mongolei hat auf diesem Gebiet einen großen Nachholbedarf, den das Land aus eigener Kraft nicht bewältigen kann. Die Weiterbildung bereits vorhandener Fachkräfte in moderner Heizungstechnik stellt eine Grundlage für weitere Unternehmensgründungen dar. Diese Neuunternehmen, die in der gegenwärtigen Situation des Landes ausgesprochen wichtig sind, könnten die Versorgung der Haushalte - vorerst in den Städten - mit den notwendigen Apparaturen ermöglichen und den für die Wartung dieser Techniken notwendigen Service garantieren.

Hinzu kommt: Die Stromversorgung der städtischen Zentren basiert auf Kohlekraftwerken sowjetischer Bauart, von denen die meisten teilweise wegen langer Betriebsdauer, teilweise wegen schwerer Mängel im Wartungs- und Managementbereich, nicht mehr zuverlässig funktionieren. Eine Besonderheit der mongolischen Energieversorgung ist die weite Verbreitung der Fernheizung (insbes. in Ulaanbaatar, Darchan, Erdenet, Süchbaatar und Tschoibalsan). Die Energieerzeugung erfolgt in den genannten Städten durch kombinierte, kohlebetriebene Heiz- und E-Werke, in den ländlichen Siedlungskernen durch ebenfalls kohlebetriebene lokale Heizstationen sowie durch dieselbetriebene kleine Stromgeneratoren. Der Kostendeckungsgrad der Wärmeproduktion liegt deutlich unter dem der Stromproduktion, durch offene oder schlecht isolierte Leitungssysteme sind Wärmeverluste bis zu 70% keine Seltenheit.

Bisherige Hilfen des westlichen Auslandes dienten bis 1997 ausschließlich der Abwendung unmittelbarer Havariegefahren; eine grundlegende Erneuerung mit einer mittel- bis langfristigen Betriebsperspektive konnte bisher noch in keinem Fall erreicht werden. Strukturreformschritte wie die systematische Annäherung der Strom- und Heizungstarife an kostendeckendes Niveau, lückenlose Erfassung aller Energieendabnehmer, Modernisierung des Erfassungs- und Einzugsverfahrens, Energiesparmaßnahmen sowie die Ausgliederung (und Privatisierung) der einzelnen Bestandteile (Kohlegruben, Kraftwerke, Vertriebsorganisationen) des Energiesektors stehen unverändert auf der Tagesordnung, wobei seitens der mongolischen Regierung inzwischen wichtige erste Schritte unternommen wurden. Die Situation der überwiegend heizölbetriebenen Kraftstationen in den ländlichen Gebieten ist ebenfalls problematisch: Zu den Problemen von Überalterung, mangelnder Wartung und unzeitgemäßem Management tritt die Devisenknappheit des Landes, da Öl aus dem Ausland, derzeit aus der Russischen Föderation und aus China, importiert werden muß.

Da die in der Mongolei vorhandenen reichhaltigen Bodenschätze (Kupfer, Molybdän, Erdöl) aufgrund geographischer und infrastruktureller Restriktionen schlecht zugänglich sind, bleibt es weiterhin bei hohen Importkosten für Brenn- und Heizmaterial. Durch moderne Heiz- und Isolationstechnik kann der Verbrauch dieser Rohstoffe stark gesenkt werden. Die hohen Kosten der importierten Heizmittel führen zur Beschaffung alternativer Brennstoffe durch Abholzung des Waldes und damit zu erheblichen Umweltschäden. Auch dies kann mit Hilfe moderner Heizungstechnik eingeschränkt werden.

Die Versorgung der Bevölkerung in ländlichen Gebieten ist besonders kritisch, weshalb eine Ausdehnung der Schulungsaktivitäten in die ländlichen, noch weit unterentwickelteren und vor allem unterversorgten Teile des Landes notwendig erschien. Die Ausbildung von Multipliktoren war in diesem Zusammenhang hilfreich. Die Mongolei wird auch in den kommenden Jahren nicht in der Lage sein, dieses Problem ohne ausländische Unterstützung dieses zu lösen.


Ohne Theorie geht nichts

Ziel, Ergebnisse und Aktivitäten

Ziel der Public Private Partnership (PPP) Maßnahme war es, durch die "Stahlbau Vietzke GmbH" in Stechau und über das von ihr 1997 vereinbarte deutsch-mongolische Joint Venture "ViBo" in Ulaanbaatar mongolische Fachkräfte mit den Schwerpunkten

weiterzubilden.

Diese Zielstellung wurde erreicht und fand auf Seiten der mongolischen Kollegen und offizieller Verantwortlicher eine hohe Wertschätzung.

Die Hauptaufgabe für die erste Phase (Montage und Einrichtung einer ganzjährig beheizbaren Ausbildungshalle auf dem Betriebsgelände der ViBo GmbH in Ulaanbaatar) wurde erfüllt. Es handelte sich um die bisher einzige Ausbildungshalle dieser Art in der Mongolei und sie hatte im zweiten Projektabschnitt den Test bei mitunter bis zu minus 45 Außentemperaturen im Winter erfolgreich bestanden. Auch in Phase 3 konnten die Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen ohne betriebsbedingte Ausfälle kontinuierlich durchgeführt werden. Die Phasen 4 und 5 verliefen gleichfalls ohne Probleme. Angemerkt werden sollte, dass beide Winter, in denen das Projekt lief, auf Grund der extrem niedrigen Temperaturen zu den so genannten „Katastrophenwintern" gerechnet werden. Alle Kurse wurden wie geplant und ohne Unterbrechung durchgeführt.

Obgleich der Container mit den Baumaterialien wegen interner Probleme an der russisch-mongolischen Grenze in Nauschki/Altanbulag erst mit 3wöchiger Verspätung in Ulaanbaatar eintraf, konnte der Termin für die Aufstellung der Halle gehalten werden. Wesentliche Gründe dafür waren einerseits optimale Vorbereitungsarbeiten in Deutschland (die notwendigen Bauteile wurden in Stechau vorgefertigt) sowie der Einsatz zusätzlicher deutscher Mitarbeiter der Stahlbau Vietzke GmbH bei der Hallenmontage vor Ort. Dadurch wurde gesichert, daß alle Maßnahmen zum vorgesehenen Zeitpunkt beginnen konnten.

Die Auswahl der Zielgruppen, die Bestimmung der Bildungsinhalte sowie die Akquise der Teilnehmer erfolgte von Beginn an in enger Zusammenarbeit mit dem "Infrastructure Training Institute" (ITI). Das Institut unterhält Kontakte zu über 120 kleinen und mittleren Baubetrieben - vorwiegend in der mongolischen Hauptstadt. Durch die über die Projektleitung erfolgte Kontaktaufnahme zu Baubetrieben der Städte Baganuur, Darchan und Erdenet hat das PPP-Projekt auch die auf ländliche Bereiche vorgesehene Ausstrahlung erreicht. Auf einer gemeinsamen Beratung aller Beteiligten am 25.10.2000 wurden Ausbildungsinhalte besprochen und es wurde vereinbart, alle wesentlichen Aktivitäten miteinander abzustimmen. Projektleitung und ITI haben dem Ministerium für Infrastruktur der Mongolei Abschlußzertifikate für die einzelnen Weiterbildungsmaßnahmen vorgeschlagen. Von mongolischer Seite gab es positive Reaktionen. 5 und 6-wöchige Kurse Schweißausbildung autogen endeten mit Prüfungen, die Mitarbeiter des mongolischen Schweißerverbandes abnahmen. Alle Teilnehmer bestanden die Prüfung und wurden in ihrer fachlichen Graduierung höher eingestuft.

Ergebniserreichung

Die im Vertrag und in seinen Anlagen vereinbarten Ergebnisse wurden erreicht, Verzögerungen sind nicht eingetreten. In Ulaanbaatar wurde eine Ausbildungshalle für Heizungs-, Sanitär- und Isoliertechnik eingerichtet. Die Einweihung des Gebäudes erfolgte am 27. Oktober 2000 in Anwesenheit des deutschen Botschafters, Herrn Jürgen Elias, und weiterer Repräsentanten der mongolischen Regierung und der Stadtverwaltung von Ulaanbaatar.

In neun Hauptkursen wurden im Projektzeitraum insgesamt 107 mongolische Heizungsfachleute weitergebildet.

Darüber hinaus erfolgte eine ständige Beratung externer mongolischer Fachkräfte durch die Firma ViBo. Bereits beim Bau und bei der Einrichtung der Ausbildungshalle wurden mongolische Fachkräfte eingesetzt und geschult, die in der Zahl 107 ebenfalls nicht enthalten sind.

Die Ausbildungspläne und Schulungsunterlagen wurden für jeden Kurs rechtzeitig erarbeitet und standen den Lehrgangsteilnehmern mit Beginn der Ausbildung zur Verfügung. Das erforderliche Material und die für den praktischen Teil der Ausbildung notwendigen technischen Geräte aus Deutschland wurden ebenfalls zu Beginn eines jeden Kurses bereitgestellt. In Vorbereitung auf die Kurse wurden ständig Meetings durchgeführt, in den die künftigen Teilnehmer aktiv Einfluß auf den Inhalt der Ausbildung nehmen konnten. Einige deutsche Ausbilder nutzten vor Beginn der Kurse u.a. die Möglichkeit, mongolische Betriebe und Ausbildungseinrichtungen zu besuchen, um sich ein Bild von den tatsächlichen Verhältnissen vor Ort machen zu können. Die Kurse wurden von den Teilnehmern (anhand anonymer Fragebögen) als sehr erfolgreich eingeschätzt und den deutschen Experten wurden eine hohe Fachkompetenz und gute methodisch-didaktische Fähigkeiten zuerkannt.


J. Heuberger mit seinen Schülern bei praktischen Übungen

Die Aus- und Weiterbildung begann planmäßig am 27. November 2000 mit einem 3-Wochen-Kurs im Elektrobereich (Dozent: Herr Dr. Hans Berger). Weitergebildet wurden neun mongolische Fachkräfte, von denen sieben zum Abschluss des Kurses eine erfolgreiche Teilnahme bestätigt werden konnte.

Kurs 2, Weiterbildung von Kundendienstmonteuren in einem 3-Wochen-Kurs, begann wie im Plan vorgesehen, am 15.01.2001 (Dozent: Herr Josef Heuberger). Von insgesamt 18 Teilnehmern konnte an 17 ein Zertifikat für eine erfolgreiche Teilnahme übergeben werden.

Kurs 3, Grundkurs Schweißen, autogen, 6 Wochen, wurde lt. Programm durchgeführt und abgeschlossen (Dozent: Herr Egon Rehfeld). Alle elf Teilnehmer erreichten das vorgesehene Ziel.

Kurs 4, Schweißausbildung, autogen, 6 Wochen, wurde lt. Programm durchgeführt und erfolgreich abgeschlossen (Dozent: Herr Dieter Schemmel). An sieben Teilnehmer konnte das Zertifikat für eine erfolgreiche Teilnahme vergeben werden.

Kurs 5, Weiterbildung von Leitmonteuren, 2 Wochen, begann mit einiger Verspätung, da die Sommerpause in der Mongolei länger andauerte als bei der Planung der Kurse erwartet. Einige der potentiellen Teilnehmer nutzten die warmen Sommermonate, um auf Baustellen zu arbeiten und standen dadurch erst ab Anfang September für die Weiterbildung zur Verfügung. Kurs 5 (Dozent Herr Josef Heuberger) wurde erfolgreich beendet und 17 Teilnehmer erreichten das vorgesehene Ziel. Neu war, das erstmals auch mongolische Fachkräfte aus der zweitgrößten Industriestadt der Mongolei, Darchan, weitergebildet wurden. Damit wurde ein wesentliches Teilergebnis des Projektes, die Ausbildung über Ulaanbaatar auszudehnen und auch andere Regionen des Landes einzubeziehen, erreicht.

Kurs 6, Weiterbildung von Leitmonteuren, 2 Wochen. Begann auf der Grundlage eines überarbeiteten Zeitplans fristgerecht und 18 Teilnehmer erreichten die geforderten Ergebnisse (Dozent Herr Josef Heuberger). Auch in diesem Kurs waren erneut Fachkräfte aus Darchan vertreten, was von der mongolischen Öffentlichkeit mit Interesse wahrgenommen wurde (Radioinformationen).


Ausbilder Bolk beim Schweißen

Kurs 7, Schweißausbildung, autogen, 3 Wochen (Dozent: Herr Horst Bolk). Der Kurs fand lt. Planung statt und endete fristgemäß. An 15 Teilnehmer konnte ein Zertifikat über eine erfolgreiche Teilnahme vergeben werden. Die Einbeziehung von mongolischen Heizungsmonteuren aus der Industriestadt Darchan gehörte inzwischen zur Regel und fand großen Rückhall in der Darchaner Öffentlichkeit (Berichte im lokalen Fernsehen und Anerkennung des Bürgermeisters der Stadt Darchan für den Dozenten Bolk).

Kurs 8, Lehrgang für die Reparatur und Wartung von (insbes. dt.) Ölbrenneranlagen, eine Woche. Vier besonders talentierte mongolische Heizungsmonteure (Dozenten Herr Frank Müller und Herr Daniel Hilprecht), absolvierten erfolgreich diesen Kurs, bei dem es in erster Linie um den Aufbau und die Wirkungsweise von Ölbrennern ging. Für die Teilnehmer besonders interessant und hilfreich - darauf wurde von den Teilnehmern am Kursende hingewiesen - war das Erkennen von (versteckten!) Fehlern bei diesen Anlagen und die schnelle Fehlerbehebung. Alle vier Teilnehmer arbeiten als Servicetechniker und sind dadurch ständig mit diesen Fragen konfrontiert.

Kurs 9, Schweißausbildung autogen, 5 Wochen. Allen 11 Teilnehmern, die den Kurs begannen, konnte eine erfolgreiche Teilnahme bestätigt werden. Dozent Herr Horst Bolk hatte auf der Grundlage seiner im Kurs 7 gesammelten Erfahrungen ein solides Ausbildungspapier erstellt, das er ebensogut umgesetzte. Erneut nahmen Vertreter des mongolischen Schweißerverbandes eine Prüfung ab, wobei alle Kurs-Teilnehmer höhergestuft wurden und zusätzlich zum Zertifikat über den erfolgreichen Abschluß des Kurses eine Einschätzung durch den mongolischen Schweißerverband in Form eines Zeugnisses erhielten. Dieses Ergebniss ist insofern besonders erfreulich, weil es bei der Konzipierung der Maßnahme von vornherein nicht vorgesehen war.

Bewertung der Zielerreichung

Die im Vertrag zwischen der GTZ und dem Stahlbauunternehmen Vietzke vereinbarten Ergebnisse, einschl. Teilnehmerzahl, wurden erreicht. Die Weiterbildungsmaßnahmen wurden in den vorgesehenen Zeiträumen ohne Zeitverzug in hoher Qualität durchgeführt. Die Vorbereitung der einzelnen Kurse erfolgte unter Mitwirkung der potentiellen Teilnehmer und die Auswahl der Dozenten erwies sich als vorteilhaft für die Umsetzung der Maßnahme.

Seitens der mongolischen Regierung, des mongolischen Parlaments und der Stadtverwaltung der Hauptstadt Ulaanbaatar wurden die Ergebnisse der Maßnahme positiv bewertet. Mitarbeiter der genannten Einrichtungen informierten sich vor Ort bei der Fa. Vibo über Inhalte der Ausbildung, ihre konkrete Umsetzung, sprachen mit Dozenten über deren Vorstellungen und evtl. Probleme und unterstützten auf diese Weise die Durchführung der Maßnahme. Auch im mongolischen Fernsehen gab es Berichte über die erfolgreiche Durchführung dieses Projekts.

Deutlich erhöht hat sich im Projektzeitraum das Interesse privater mongolischer Unternehmer, sich schulen zu lassen, um damit gegenüber dem Konkurrenten eine Überlegenheit zu erreichen. Auch mongolische Betriebe, die Teilnehmer entsandten, haben den Vorteil einer solchen Weiterbildung für ihre Mitarbeiter erkannt. Die Darkhaner Stadtverwaltung und dortige Unternehmer unterbreiteten in der Endphase des Projekts den Vorschlag, die Durchführung von Kursen nach Darkhan zu verlagern. Infolge fehlender technischer Voraussetzungen am Standort Darkhan und angesichts der noch zur Verfügung stehenden knappen Zeit und nicht geplanter finanzieller Mittel war das nicht möglich.

In einem Gespräch mit dem deutschen Botschafter, Herrn Klaus Schröder, in Darkhan, äußerten sich Mitarbeiter der Stadtverwaltung und die Leitung der dortigen Technischen Universität über das Projekt und bezeichneten es als „einen konkreten und für unser Land wichtigen Teil der deutsch-mongolischen Entwicklungszusammenarbeit."

Das Darkhaner Lokalfernsehen brachte ein Interview mit dem deutschen Botschafter und die Leitung der Universität bedankte sich ausdrücklich für die "seitens der deutschen Regierung erwiesene Unterstützung in Gestalt diese PPP-Projektes". Hervorgehoben wurde die hohe Qualifikation der Dozenten, die ausgezeichnete Vorbereitung und Durchführung der Kurse sowie das hohe Engagement der Stahlbau Vietzke GmbH Stechau. Zuvor hatten sich Mitarbeiter der Stadtverwaltung und der Darkhaner Universität selbst ein Bild von der Ausbildung bei der Fa. ViBo in Ulaanbaatar verschafft und deutsche Dozenten waren in Darkhan.

Mitarbeiter des mongolischen Schweißerverbandes, die Prüfungen abnahmen, betonten, dass das Projekt aus ihrer Sicht "für die Mongolei richtig und nützlich" ist und "einen wesentlichen deutschen Beitrag zur Weiterbildung mongolischen Fachpersonals auf dem Gebiet des Heizungsbaus und im Sanitärbereich" darstellt.

Unter „Deutsche Pingeligkeit beim Arbeitsschutz" (SES-Jahresbericht 2000, Seite 9) und „Kreative Fähigkeiten älterer Menschen" (SES-Jahresbericht 2001, Seite 15) finden sich Einsatzberichte deutscher SES-Experten, die im Projekt als Dozenten eingesetzt waren. Ganz nebenbei: Der 10.000 Experte, den der SES seit seiner Gründung entsandte (Herr Bolk), war im Rahmen der PPP-Maßnahme in Ulaanbaatar tätig.

Leider hat im Laufe der Zeit das Interesse des „Infrastructure Training Institut" an der Maßnahme nachgelassen. Nach Aussage der dortigen Mitarbeiter habe man (gemeint ist die finanzielle Seite!) nichts "außer Arbeit". Im Projekt sind bekanntlich keine finanziellen Mittel vorgesehen, um die Mitarbeiter des Instituts "bei der Stange zu halten". Da die Teilnahme an den Kursen kostenpflichtig war, erhielt das Institut, das vor allem bei der Akquise der Teilnehmer mitwirken sollte, einen (kleinen Teil) dieser Einnahmen. Diese wurden aber dem Institut gutgeschrieben, während die zweifelsfrei mageren Mitarbeitergehälter davon nicht berührt waren. Dieses interne Problem konnte von uns nicht gelöst werden.

Ulaanbaatar / Stechau, im September 2002

Dr. Klaus-Dieter Bormann
Projektleiter

Erwin Vietzke
Geschäftsführer Stahlbau Vietzke GmbH


   

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Last Update: 10. September 2006